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Aktuelle Ausstellung

Ausstellung: "Profile" in der Galerie Ammann

Zu sehen sind ausgewählte Arbeiten in Zusammenhang mit den Tagebuchpassagen.

Kasberger bescheinigte Ammann in seiner Einführung einen "Kopfjägerblick als Portraitzeichner". In mehr als 5000 "Zeichnungen von anonymen Zeitgenossen", entstanden in Kaffeehäusern oder bei Zugfahrten, übte er seine Fertigkeiten, das Charakteristische eines Kopfes in wenigen Strichen festzuhalten. Anmeldung erbeten

Helmut Ammann hat allein 110 Portraitarbeiten hinterlassen. Das spektakulärste davon ist zweifelsohne das von David Hansemann für den Industrie- und Handelstag Bonn: Es ist ein Bronzeguß, der jedoch einzig und allein aus einer markanten Profillinie besteht.
Wie sehr der Künstler um dieses, scheinbar von leichter Hand hingeworfene, transparente "Gebilde" gerungen hat, das erfährt man aus den Tagebucheinträgen: Am 20. März 1986 hatte Ammann notiert, "...dass die Sprache des großen Profils noch strenger und übersetzter sein müsse, mehr als Gebilde". Zwei Tage später schreibt er, "...die Depression steckte tiefer und betraf den Umstand, dass mir das Profil in der Bonner Skizze schwer zu schaffen macht. Das ,Gebilde' will sich nicht einstellen, obwohl ich gestern bei der Arbeit glaubte, es in der Hand zu haben."

"Helmut Ammann hätte sich selbst nie so gesehen", sagte Nachlassverwalter Erich Kasberger, der die aktuelle Werkschau "Profile" mit Arbeiten des 2001 verstorbenen Künstlers konzipierte, bei der Eröffnung am Freitagabend. Die Fokussierung auf einen einzigen Aspekt ist zweifelsohne erst durch die Distanz von mehr als einem Jahrzehnt möglich geworden, dennoch lässt sie den Künstler so lebendig und greifbar werden, wie keine der bisherigen Ausstellungen in der Galerie Ammann.




Roß und Wächter, Schaffhausen